St. Margareta

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St. Margareta,  Sornhüll


Filiale

Als Filiale gehörte Sornhüll in früheren Jahren zur Pfarrei Pollenfeld. Der Weiler Göt-zelshardt gehörte zur Pfarrei Altdorf und wurde am 2. August 1871 in die Pfarrei Wachen¬zell eingepfarrt. Pfarrer Steib, welcher sein Amt 1572 antrat, bat den Generalvisitator, man möchte ihm die Seelsorge von Sornhüll abnehmen. Er versuchte zwar die Filiale der Pfarrei Wachenzell zuzuführen; da er aber nicht angeben konnte, zu weichere Pfarrei das Dorf Sornhüll in früheren Zeit gehört habe, so trat vorerst auch keine Änderung ein.


Unter Pfarrer Spaney (1674 — 1703) hat man erst 1692 wegen des heiligen Holzes in Sornhüll ein Salbuch gefunden, welches zeigte, daß Sornhüll eine Filiale von Wachenzell sei und folglich wieder in diese Pfarrei zurückgeführt werden müsse. Nachdem wegen Priestermangel Wachenzell auch von Pollenfeld mitversorgt wurde, konnte Sornhüll erst nach Wiederbesetzung der Pfarrei Wachenzell 1724 dieser zugewiesen werden. Seit dem Tod von Pfarrer Max Josef Westinger 1969 und aufgrund eines erneuten Mangels an Priestern wird die Pfarrei Wachenzell und somit auch Sornhüll in kirchlichen Angelegen¬heiten von der Pfarrei Pollenfeld mitversorgt.


Das alte Kirchweihfest war am Sonntag in der Fronleichnamsoktav. Bis zur Säkularisa-tion 1803 zogen zum Fest der Kirchenpatronin am 20. Juli viel Gläubige in Prozessionen aus den Pfarreien Preith, Wachenzell, Pollenfeld, Hirnstetten, Erkertshofen, Walting und der Filiale Pfalzpaint nach Sornhüll, sodaß die Predigt im Friedhof gehalten werden mu߬te.


Kirche

Die alte Kirche, deren Kirchweihe bis auf das Jahr 1308 zurückgeht, war vermutlich klein und baufällig. Sie hatte nur einen Altar, der in früherer Zeit dem hl. Markus als Kir¬chenpatron geweiht gewesen sein soll und erst seit 1601 die hl. Jungfrau und Martyrin Margarete als Patronin der Kirche verehrt wird.


Pfarrer Spaney besorgte 1695 für das alte Kirchlein einen neuen Hochaltar, für den er das Bild der hl. Margarete und das kleine Bild der hl. Familie darüber stiftete. Vermutlich stammen beide Meisterwerke vom Eichstätter Hofmaler Kaspar Sing, der im gleichen Jahr auch die Hochaltarbilder von Herrieden und Beilngries angefertigt hat. Dieser Altar wird in die neue Kirche übernommen, das Altarbild aber 1857 von Pfarrer Hotter aus Wachen¬zell durch ein neues Bild von Adam Huber, einem Schüler des Münchener Historienma¬lers Johann Schaudolph (1808 — 1879), ersetzt. Leider ist das alte barocke Margareten¬bild nicht mehr aufzufinden. Die Untersuchungen über dieses kostbare Gemälde, das die heilige Elisabeth als Almosenspenderin darstellt sind noch nicht abgeschlossen. Eine Ko¬pie von diesem Bild, angefertigt von Schmidter, befindet sich in der Heiliggeistkirche in Eichstätt.


Die Gemeinde Sornhüll erklärt 1755 in einer Eingabe, man möge ihr geweihtes Gottes¬haus wieder herstellen. Hierzu bekräftigt Dominikus Barbieri die alte Kirche von nur 6 x 3,5 Meter im Jahre 1764 als vollständig baufällig, macht einen Plan und Kostenvoran¬schlag für eine neue Kirche, deren Errichtung ohne Holz und Fuhren 663 Gulden kostet. Am 10. April 1765 wird die alte Kirche abgebrochen bis auf den Chor, der stehen bleibt. Bereits am 6. Mai werden die Kreuzstöcke eingesetzt und die Kanzel errichtet. Die Kirche erhebt sich am südlichen Ende der Ortschaft in malerischer Pracht auf einer Anhöhe.

1899 wird an der Südseite der Kirche eine Sakristei angebaut. Für bauliche Instandset¬zung am Türmchen der Kirche und an der Friedhofsmauer werden an Reparaturkosten 800,— Mark aufgewendet. Im selben Jahr 600,— Mark für Tünchung durch Maler Kindl aus Eichstätt und Pflastererneuerung. Diesen Betrag hat die Gemeinde durch freiwillige Gaben aufgebracht. Eine neue Orgel aus der Werkstätte des Orgelbauers Bittner aus Eich¬stätt 1912 um 1800,— Mark bezahlte ebenfalls die Ortsgemeinde. Die beiden Statuen Maria und Josef aus der Mayer'schen Kunstanstalt in München und einen Tabernakel im Gesamtwert von 300,— Mark beschafften die Männer und Frauen von Sornhüll.


Holzfiguren

Eine 0,5 Meter hohe Figur zeigt St. Margareta mit dem Drachen zu Füßen; ein spätgoti¬sches Werk um 1420. Das Kruzifix um 1520, Höhe 1,2 Meter.

An der Westwand des Langhauses ein Steinwappen des Johann Baptist Anton Xaver Freiherr von Ulm aus Mittelbiberach, Kanonikus in Eichstätt und Augsburg. Er starb 1765 und aus dieser Zeit dürfte das 0,8 Meter hohe Steinwappen mit Muschelwerkverzierung stammen.


Taufschüssel

Aus Messing ohne Schmuck mit der Inschrift:

»ad Ecclesiae Parochialis Wachenzell Filialem Sornhüll a D 1767. Constitit 5 fl. Norim-bergae Factum ad Baptistum pertinens. «


Messingleuchter

Die 6 Stück in nachgotischer Form mit profiliertem Rundfuß und Knäufen am Schaft. Inschrift: »Egina Benerin 1593«. Höhe 0,28 Meter. Das Rauchfaß aus Messing trägt die Jahreszahl 1761.

(Textquelle: Bert Braun, Chronik Großgemeinde Pollenfeld, Roth 1984, S 785-787)